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Das Unbewusste
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Als Unbewusstes wird das philosophische und humanwissenschaftliche Konstrukt bezeichnet, dass menschliches Denken, FĂŒhlen und Handeln nicht nur von bewussten Entscheidungen und VorgĂ€ngen bestimmt wird, sondern ebenso von intuitiven Strebungen, Triebimpulsen, Strukturen oder Konflikten, die dem Bewusstsein, zeitweise oder grundsĂ€tzlich, verborgen sind und somit nicht von ihm kontrolliert werden können.cite-ref-dorsch-1-0[1] Dieses um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert vor allem von der Psychoanalyse vertretene Paradigma wurde von Sigmund Freud nach den Paradigmenwechseln durch Kopernikus und Darwin als die dritte der KrĂ€nkungen der Menschheit bezeichnet.

Die Bezeichnung Unbewusstes oder das Unbewusste ist aus der Philosophie entlehnt und in der epistemologischen Vorstellung Immanuel Kants verankert, nach der die physische RealitĂ€t („Außenwelt“) fĂŒr den Menschen nur indirekt erkennbar sei, nĂ€mlich in der Form, in der sie dem Bewusstsein durch die Vermittlung der Sinne erscheint. Diese Vorstellung wurde mit dem Gedanken einer unbewusst bleibenden Psyche auf die Erkenntnismöglichkeiten der Introspektion, im Sinne einer Wahrnehmung der Prozesse der menschlichen Psyche („Innenwelt“), ĂŒbertragen und mit der Metapher umschrieben, das Bewusste sei lediglich eine Insel, die aus dem Meer des unbewusst bleibenden Seelischen herausrage.cite-ref-2[2] Der Begriff wurde in der Philosophie erstmals 1800 in System des transzendentalen Idealismus von Friedrich Wilhelm Joseph Schelling eingefĂŒhrt. Einige wenige frĂŒhere Belege fĂŒr den Begriff Unbewußtseyn finden sich im Werk des deutschen Arztes und Philosophen Ernst Platner aus dem 18. Jahrhundert.cite-ref-3[3]cite-ref-4[4]

FĂŒr die Psychoanalyse, die Tiefenpsychologie und daran anknĂŒpfende Wissenschaftsrichtungen gilt die Vorstellung, dass es wirksame und dennoch unbemerkt verlaufende psychische Prozesse gibt, als paradigmatische Grundannahme im Bereich des Individuellen wie in Kultur und Gesellschaft.cite-ref-wiss-5-0[5] FĂŒr die empirisch orientierte Psychologie und speziell den Behaviorismus gilt Unbewusstes demgegenĂŒber epistemologisch als nicht betrachtungsfĂ€hig, da es sich dem experimentellen Zugriff entzieht. Sowohl historisch als auch aus der Perspektive der verschiedenen philosophischen, psychologischen, soziologischen und kulturwissenschaftlichen Perspektiven finden sich weitere Differenzierungen in VerstĂ€ndnis und Darstellung des Unbewussten bzw. unbewusster VorgĂ€nge.cite-ref-dorsch-1-1[1]cite-ref-mertens-6-0[6]

Contents

‱ Alfred Adler
‱ Erich Fromm
‱ Kritik
‱ Zitate
‱ Siehe auch
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Begriffsgeschichte vor der Psychoanalyse

Eine frĂŒhe Vorstellung eines unbewussten Teils der menschlichen Seele findet sich in der SpĂ€tantike bei Augustinus von Hippo (354–430), der davon ausging, dass es einen Bereich im menschlichen Geist gebe, der dem Bewusstsein verborgen bliebe, aber dennoch stetig prĂ€sent sei. Als Abditum mentis („Versteck des Geistes“ oder „das Verborgene des Geistes“) bezeichnete Augustinus jenen unbewussten Bereich des menschlichen Geistes, dessen Inhalt ein apriorisches Wissen sei, welches als Grundlage des Denkens und jeder Erkenntnis diene. Dieses Unbewusste könne durch Denken ins Bewusstsein gehoben werden.cite-ref-7[7]

Der Begriff findet sich im Deutschen Wörterbuch der BrĂŒder Grimm mit der Angabe verschiedener Schreibweisen wie unbewuszt, unbewist, unbewost, unbewĂŒst. Es werden verschiedene literarische Sprachbedeutungen belegt, wie nicht bewusst, nicht wissend, ahnungslos, unfreiwillig, sinnlos, bewusstlos, ohne tieferes Nachdenken, nicht erinnerlich, unschuldig, harmlos, unwillkĂŒrlich, absichtlos, zufĂ€llig, automatisch, von selbst. Der Begriff habe, so die Herausgeber, seine FĂŒlle und Reife durch die Denkarbeit zweier Jahrhunderte der Dichtung und Literatursprache empfangen. ErwĂ€hnt werden so unterschiedliche Autoren wie Martin Luther, William Shakespeare, Immanuel Kant, Friedrich Schleiermacher, Friedrich Schlegel, Heinrich von Kleist, Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, Richard Wagner, Eduard von Hartmann, Rudolf Eisler und Hermann von Helmholtz.cite-ref-8[8] Dort findet sich auch der Hinweis auf eine erste Fassung des Gedichts An den Mond von Johann Wolfgang von Goethe mit der letzten Strophe: „Selig, wer genießt, / Was dem Menschen Unbewusst / Oder wohl veracht‘ / Durch das Labyrinth der Brust / Wandelt in der Nacht.“ In den spĂ€teren Fassungen ersetzte Goethe diese Zeilen durch „Was, von Menschen nicht gewusst / Oder nicht bedacht.“

Der Begriff fand im literarischen und kĂŒnstlerischen Bereich Verwendung, etwa bei Jean Paul

„Das MĂ€chtigste im Dichter, welches seinen Werken die gute und die böse Seele einblĂ€set, ist gerade das Unbewußte. (
) Wenn man die KĂŒhnheit hat, ĂŒber das Unbewußte und UnergrĂŒndliche zu sprechen: so kann man nur dessen Dasein, nicht dessen Tiefe bestimmen wollen.“cite-ref-9[9]

An die romantische Tradition der Medizin und Naturphilosophie anknĂŒpfend bestimmte Carl Gustav Carus 1846 das menschliche Seelenleben durch ein bewusstseinfĂ€higes und ein bewusstseinunfĂ€higes Unbewusstes. An Friedrich Wilhelm Joseph Schelling und Arthur Schopenhauer anknĂŒpfend unterschied Eduard von Hartmann in seiner Philosophie des Unbewussten (1869) zwischen einem absoluten (kosmologischen) Unbewussten und einem relativen (psychischen) Unbewussten. Im Hinblick auf den kosmischen Prozess ging er von einer Bewusstwerdung des metaphysischen, absoluten Unbewussten aus als einem kosmischen Prozess, wĂ€hrend sich das psychische Unbewusste naturgesetzlich im Bewusstsein auswirke.cite-ref-wiss-5-1[5]

Wie spÀter in der Psychoanalyse so ist schon bei dem Philosophen und Psychologen Theodor Lipps das Unbewusste das eigentlich real Psychische. Ebenfalls vertritt auch er schon die Vorstellung einer Dynamik unbewusster Prozesse und unterscheidet zwischen verschiedenen Graden der BewusstseinsfÀhigkeit des Unbewussten sowie zwischen ihrem Wesen nach völlig unbekannt bleibenden seelischen ErregungszustÀnden und solche, die als ReprÀsentanzen ins Bewusstsein treten.cite-ref-wiss-5-2[5]

Eduard von Hartmann differenzierte den Begriff in den verschiedenen Bereichen der Leiblichkeit, im GefĂŒhl, in Charakter und Sittlichkeit, im Ă€sthetischen Urteil und in der kĂŒnstlerischen Produktion, in der Entstehung der Sprache, im Denken, in der Entstehung der sinnlichen Wahrnehmung, in der Mystik, in der Geschichte sowie in der Physiologie des Nervenzentrums.cite-ref-10[10]

Johann Gottlieb Fichte, Arthur Schopenhauer, Friedrich Nietzsche und einige weitere Philosophen verbindet die Vorstellung, dass der grĂ¶ĂŸere Teil psychischer AktivitĂ€ten unbewusst verlaufe. Zitat Nietzsche:

„Denn nochmals gesagt: der Mensch, wie jedes lebende Geschöpf, denkt immerfort, aber weiß es nicht. das bewußt werdende Denken ist nur der kleinste Teil: – denn allein dieses bewußte Denken geschieht in Worten, das heißt in Mitteilungszeichen, womit sich die Herkunft des Bewußtseins selber aufdeckt.“cite-ref-11[11]

Rudolf Eisler macht darauf aufmerksam, dass sowohl bei den AnhĂ€ngern als auch den Gegnern der Lehre von den unbewussten psychischen VorgĂ€ngen nicht immer klar sei, ob das Unbewusste im Sinne des Nicht-Apperzipierten, Nicht-ReflexionsmĂ€ĂŸigen oder das absolut Unbewusste gemeint sei.cite-ref-12[12]

In Bezug auf therapeutische Implikationen zeigt die historische und anthropologische Forschung, dass bereits in archaischen Gesellschaften Methoden (teilweise auch zur Behandlung psychischer Störungen) angewendet wurden, in denen Suggestion, also die Beeinflussung vor- oder unbewusster Prozesse, eine entscheidende Rolle spielt. Beispiele dafĂŒr sind etwa der Schamanismus, der Exorzismus, „Geistiges Heilen“ und religiöse Riten.

‱ Der deutsche Arzt Franz Anton Mesmer, BegrĂŒnder des Animalischen Magnetismus, ging, wie die Heiler der außereuropĂ€ischen Kulturen, von unbewussten heilenden KrĂ€ften aus (magnetische Ströme, Fluidum, Rapport), die der Arzt im Patienten wieder anregen könne. Diese KrĂ€fte nannte er – in Analogie zu den zeitgenössischen Entdeckungen auf dem Gebiet der ElektrizitĂ€t – animalischen Magnetismus.
‱ Sein SchĂŒler, der französische Artillerieoffizier Marquis de PuysĂ©gur, entwickelte Mesmers Behandlungsform weiter zur Verabreichung eines sogenannten „magnetischen Schlafes“ bzw. der „magnetischen Hypnose“.
‱ Der französische Neurologe Jean-Martin Charcot untersuchte am HĂŽpital SalpĂȘtriĂšre in Paris die „traumatischen LĂ€hmungen“ und erkannte mit Hilfe der Hypnose, dass ihnen keine organischen Störungen zugrunde liegen können, weil sie sich durch hypnotische Suggestion beheben ließen.
‱ Der französische Philosoph, Arzt und Psychotherapeut Pierre Janet, BegrĂŒnder der dynamischen Psychiatrie, prĂ€gte den Begriff des Unterbewusstseins gegenĂŒber dem des Bewusstseins.

Begriffsverwendung innerhalb der Psychoanalyse

Sigmund Freud

Die Existenz unbewusster Prozesse ist eine der Grundannahmen Freuds, die kennzeichnend fĂŒr seine Überlegungen und Untersuchungen in unterschiedlichen Bereichen waren. Mithilfe dieses Konstruktes suchte er PhĂ€nomene des Seelischen zu verstehen und zu erklĂ€ren, die bislang als unsinnig, unverstĂ€ndlich oder wissenschaftlich nicht betrachtenswert angesehen wurden. Er exemplifizierte diese Grundannahme an AlltagsphĂ€nomenen wie den Fehlleistungen, zu dem auch der nach ihm benannte Freudsche Versprecher zĂ€hlt, dem Witz, der Traumdeutung und an der Erforschung der neurotischen und anderen Störungen des Psychischen.cite-ref-13[13] In seiner 1900 veröffentlichten Traumdeutung definierte Freud:

„Das Unbewußte ist das eigentlich reale Psychische, uns nach seiner inneren Natur so unbekannt wie das Reale der Außenwelt und uns durch die Daten des Bewußtseins ebenso unvollstĂ€ndig gegeben wie die Außenwelt durch die Angaben unserer Sinnesorgane.“cite-ref-14[14]

In der zusammenfassenden Schrift „Das Unbewusste“ nennt Freud zur UnterstĂŒtzung der These eines unbewussten psychischen Zustandes, dass das Bewusstsein in jedem Moment nur einen geringen Inhalt umfasse, so dass auch der grĂ¶ĂŸte Teil dessen, wovon der Mensch eine bewusste Kenntnis habe, stets latent sei, sofern man auch die gerade nicht prĂ€senten Erinnerungen dem Psychischen zuordne.cite-ref-freudubw-15-0[15]

Freud ging einerseits davon aus, dass es seelische Prozesse gibt, die im Wesentlichen unbewusst sind und bleiben. Andererseits entwickelte er ein dynamisches Modell, in dem er darstellte, dass das Seelische Mechanismen kennt, mit denen unangenehme, vom Ich oder von der Gesellschaft nicht erwĂŒnschte oder unertrĂ€gliche Gedanken, Empfindungen und Impulse ins Unbewusste verdrĂ€ngt werden können. Freud selbst konstatierte, dass er die Worte bewusst und unbewusst mal im deskriptiven Sinne gebrauche, mal im systematischen. In einem topischen Modell unterschied er zwischen drei Systemen, fĂŒr die er AbkĂŒrzungen vorschlug, die innerhalb der Psychoanalyse bis heute gebraucht werden: Bw fĂŒr Bewusstsein, Ubw fĂŒr das Unbewusste und Vbw fĂŒr das Vorbewusste. Er betont, dass diese Topik sich auf verschiedene Regionen des Psychischen beziehe und nicht auf anatomische Örtlichkeiten.cite-ref-freudubw-15-1[15]

‱ Das System Ubw beinhaltet zum einen SeelentĂ€tigkeiten, die grundsĂ€tzlich nicht bewusstseinsfĂ€hig sind, zum anderen solche, die ins Ubw verdrĂ€ngt wurden, und jene, die nur derzeit nicht vom Bewusstsein wahrgenommen werden. Kennzeichnend fĂŒr das Ubw sind die ungehemmte Vorherrschaft des Lustprinzips und die PrimĂ€rprozesshaftigkeit als prĂ€logische Denk- bzw. Funktionsweise: Die Ă€ußere RealitĂ€t ist durch eine rein psychische ersetzt, Ereignisse sind nicht zeitlich und rĂ€umlich geordnet, GegensĂ€tze können aufgehoben sein, Personen und Inhalte verschoben oder verdichtet.

Es gibt keine Negation, keine Zweifel, keine Abstufungen, dafĂŒr aber eine große Beweglichkeit der libidinösen Besetzungen. Der Kern des Ubw besteht aus TriebreprĂ€sentanzen, die ihre Besetzung abfĂŒhren wollen und Zugang zum bewussten Handlungsapparat suchen. Dazu mĂŒssen sie die Zensur ĂŒberwinden, die darĂŒber entscheidet, ob sie ĂŒber das Vbw als Wunschregungen bis ins Bewusstsein gelangen oder im Unbewussten verbleiben.

‱ Das System Vbw besteht aus Inhalten, die zwar derzeit nicht bewusst sind, aber jederzeit ins Bewusstsein treten oder geholt werden können. Seine Funktionsweise ist nicht mehr primĂ€rprozesshaft, sondern schließt das RealitĂ€tsprinzip eine, wie man es auch man bei bewussten Denk- und Entscheidungsprozessen beobachten kann. Es umfasst daher alles, was aktiv erinnert werden kann. Die VerdrĂ€ngung sieht Freud als einen Vorgang an, der sich im Wesentlichen an der Grenze zwischen Ubw und Vbw vollzieht.
‱ Mit dem System Bw bezeichnete Freud denjenigen Teil der Psyche, der sich im subjektiven Erleben bewusst abspielt und vom Ich als eigene Gedanken, Empfindungen, GefĂŒhle, Wahrnehmungen und Erinnerungen bewusst introspektiv wahrgenommen wird. Es bildet den Kern des Ichs und hat Zugang zum Handlungsapparat. Es bezeichnet den jeweils aktuellen Teil menschlichen Erlebens. Die Funktionsweise des Bewusstseins, die die Ă€ußere RealitĂ€t, moralische Werte, die Folgen eigenen Handelns etc. einbezieht, wird auch als SekundĂ€rprozess bezeichnet.cite-ref-freudubw-15-2[15]

Die Dynamik zwischen bewussten und unbewussten seelischen VorgĂ€ngen sind in den Schriften Freuds gleichermaßen in den Schilderungen seiner psychoanalytischen Behandlungen, der Neurosenlehre, der Kulturpsychologie und in der Metapsychologie von Bedeutung. Aufgabe der Psychoanalyse als Behandlungsmethode sei es, „Methoden zu entwickeln, die dazu in der Lage sind, die Verzerrungen und Auslassungen, die die wahre Natur der Seele verdecken (so weit wie möglich) aufzudecken.“ Das Ziel der Psychoanalyse als Grundlagenwissenschaft sei es, das VerstĂ€ndnis der „Verdunklungsmechanismen“ und ihres Zweckes fĂŒr das seelische Funktionieren aufzudecken. Freud selbst erkannte die Paradoxie dieses Vorhabens und seine Begrenztheit durch die Tatsache, dass alles Wahrgenommene mit der sprachlichen Formulierung zugleich einer VerĂ€nderung unterliegt, so dass das real Psychische wie der latente Traum stets unerkennbar bleibe.cite-ref-mertens-6-1[6]

Es, Ich und Über-Ich

Freud kombinierte spĂ€ter die drei oben genannten Bereiche (bewusst, vorbewusst und unbewusst) seines ursprĂŒnglichen Seelenmodells mit einem weiteren, jedoch nicht ganz deckungsgleichen Strukturmodell der Psyche, das drei psychische „Instanzen“ unterscheidet: Es, Ich und Über-Ich. In diesem Modell der Psyche ist das Unbewusste weitgehend – jedoch nicht ganz – identisch mit dem Es, dem Bereich der natĂŒrlichen, das heißt im Erbgut eingespeicherten, angeborenen Triebe und Instinkte. Das Über-Ich im Gegensatz zu diesen demnach artspezifischen Inhalten der Psyche gilt als die internalisierte ElternautoritĂ€t, der Sitz von Erfahrungen, die die Individuen ab ihrer Geburt selbst erwerben beziehungsweise die mittels PrĂ€gung in die dafĂŒr zustĂ€ndige psychische Instanz verinnerlicht werden. Hierbei unterscheidet Freud diese Erfahrungen prinzipiell nach zwei Richtungen: a) solche, die die Instinkte und respektive das Es erweitern, ohne mit ihm in einen Konflikt zu geraten. Und b) umgekehrt jene Erfahrungen, die den Instinkten zuwiderlaufen, sodass das Es mit vielen seiner Inhalte schließlich ins Unbewusste verdrĂ€ngt werden kann, vor allem der Ideale, der Moral und des Gewissens.

Das Ich ist vor allem die Instanz des Bewusstseins und kann sich reflektierend sowohl mit seinen eigenen Inhalten als auch denen der beiden anderen psychischen Instanzen befassen und gegebenenfalls – sollte ein Konflikt bestehen [siehe b)] – zwischen ihnen vermitteln. DarĂŒber hinaus ist das Ich die Instanz, in der die Entscheidung ĂŒber einen von Freud im Vorbewusstsein vermuteten Abwehrmechanismus gefĂ€llt wird. Dieser Abwehrmechanismus richtet sich gegen die Inhalte des Es, das eine Reihe angeborener GrundbedĂŒrfnisse beinhaltet. Die Abwehr kann bis zur vollstĂ€ndigen VerdrĂ€ngung dieser BedĂŒrfnisse ins Unbewusste fĂŒhren, begleitet von ihrer Frustration und unter UmstĂ€nden neurotischem Leiden. So ist es eines der Hauptanliegen der psychoanalytischen Behandlung, diese verdrĂ€ngten Inhalte nach und nach wieder bewusst zu machen und es somit zu ermöglichen, die einmal gegen sie gefĂ€llte Entscheidung zu revidieren. Als Neurologe sah Freud die BedĂŒrfnisse des Es, welche auch die psychische Energie (Libido) des Individuums lieferten, als somatisch, das heißt körperlich bedingt an und war bemĂŒht, seine psychologischen Thesen mittels Befunden aus der biologischen Forschung abzusichern.cite-ref-16[16]

Unbewusstes und Neurose

Das Hauptanliegen der Psychoanalyse nach Freud ist die Aufhebung der zwischenmenschlichen Illusionen und die Wiederbewusstmachung jener psychischen Inhalte, die aufgrund von sittlicher Erziehung und/oder erlittener Traumata in das Unbewusste verdrĂ€ngt wurden. Damit einher geht nach Freud die Behebung des mit der VerdrĂ€ngung verbundenen neurotischen Leidens und der sinnlosen DestruktivitĂ€t des Wiederholungszwangs. Denn das VerdrĂ€ngte wirkt im Unbewussten unsichtbar weiter und fĂŒhrt so zu unerwĂŒnschtem Verhalten, zwischenmenschlichen Beziehungsstörungen und psychischem Leiden. Erst durch eine Bewusstmachung des VerdrĂ€ngten vermag der Mensch sich von der Macht seines Unbewussten zu befreien. Das Ziel der Psychoanalyse fasste Freud deshalb in dem bekannt gewordenen Schlagwort zusammen: „Wo Es war, soll Ich werden.“ In einer anderen berĂŒhmten Formulierung geht es nach Freud in der Psychoanalyse darum, den Menschen zu unterstĂŒtzen, „Herr im eigenen Hause zu werden“. Eine herausragende Rolle hierbei schrieb er der psychoanalytischen Traumdeutung zu. Das Unbewusste selbst stellt einen natĂŒrlichen Bestandteil der psychischen Organisation dar und ist insofern von den pathologischen Formen der VerdrĂ€ngung zu unterscheiden.

Carl Gustav Jung

Die von Carl Gustav Jung begrĂŒndete „analytische Psychologie“ weist teilweise Ă€hnliche Grundannahmen, Methoden und Ziele wie die Freud’sche Psychoanalyse auf. Beide suchen die Möglichkeit der (Wieder-)Bewusstwerdung unbewusster Inhalte in der tiefenpsychologischen Therapie bzw. allgemein in der Persönlichkeitsentwicklung. Bei beiden ist der Traum eine wesentliche BrĂŒcke zum Unbewussten. Neben der nach Freud sehr wichtigen Arbeit des „Aufdeckens“ unbewusster Antriebe und Vorstellungen ist es nach Jung von zentraler Bedeutung, in der Therapie (einschließlich Traum-Analyse) die Herausbildung einer dialogischen Beziehung zum Unbewussten zu fördern, sodass dieses als schöpferische Quelle neuer Möglichkeiten und Einsichten zum Tragen kommt: „So wie bewußte Inhalte in das Unbewußte verschwinden können, so können auch Inhalte aus dem Unbewußten aufsteigen. Neben einer Mehrzahl von bloßen Erinnerungen können auch wirklich neue Gedanken und schöpferische Ideen zum Vorschein kommen, die nie zuvor bewußt waren. Sie wachsen aus den dunklen Tiefen wie ein Lotus und bilden einen wichtigen Teil der subliminalen Psyche.“cite-ref-17[17] So strebe das Unbewusste nach Bewusstwerdung im Menschen: „Ein Symbol verschleiert nicht, es enthĂŒllt zur rechten Zeit“; und es sei Aufgabe der Traumdeutung, dass „die Botschaft des Traumes, das heißt der unbewußte Beitrag zu der eigentlichen bewußten Situation, so genau wie möglich verstanden wird“, wozu der persönliche wie auch der archetypische Kontext der Traumbilder zu untersuchen sei.cite-ref-18[18]

C.G. Jung unterschied in seiner Theorie zwei Schichtencite-ref-19[19] des Unbewussten:

„WĂ€hrend das persönliche Unbewußte wesentlich aus Inhalten besteht, die zu einer Zeit bewußt waren, aus dem Bewußtsein jedoch entschwunden sind, indem sie entweder vergessen oder verdrĂ€ngt wurden, waren die Inhalte des kollektiven Unbewussten nie im Bewußtsein und wurden somit nie individuell erworben, sondern verdanken ihr Dasein ausschließlich der Vererbung.“cite-ref-20[20]

Jung bezeichnet also mit dem kollektiven Unbewussten primĂ€r Unbewusstes nicht-individueller Herkunft, mit dem persönlichen Unbewussten sekundĂ€r Unbewusstes individueller Herkunft. Wobei er auch das „Vorbewusste“, also leicht bewusstseinsfĂ€hige, aber verdrĂ€ngte, also WĂŒnsche und Ähnliches, dem persönlichen Unbewussten zuteilte.cite-ref-21[21] Im Gegensatz zum kollektiven Unbewussten sei das persönliche weitgehend vollstĂ€ndig bewusstseinsfĂ€hig: „Das persönliche Unbewußte ist etwas sehr Relatives; sein Bereich kann reduziert und schließlich so gering werden, daß er sich dem Nullpunkt nĂ€hert.“cite-ref-22[22]

Komplexe im Unbewussten

Jungs Vorstellungen vom Unbewussten entwickelten sich zunĂ€chst vor allem aufgrund seiner Assoziationsexperimente in der psychiatrischen Praxis: AuffĂ€llige Reaktionen auf bestimmte Reizwörter fĂŒhrten ihn zur Annahme dahinterstehender „Komplexe“ im Unbewussten. Aufbauend auf Experimente von Wilhelm Wundt und anderen, hatte Jung das von ihm so genannte „Assoziationsexperiment“ entwickelt, bei welchem die Spontanreaktionen auf eine Liste von (spĂ€ter stets 100)cite-ref-23[23] Reizwörtern notiert werden (siehe auch den Abschnitt Entdeckung des Unbewussten).cite-ref-24[24] Aus semantisch, im GefĂŒhlston oder anderweitig (v. a. durch stark verzögerte Reaktionszeiten) auffĂ€lligen Reaktionen schloss Jung auf dahinter stehende (gefĂŒhlsbetonte) Komplexecite-ref-25[25]cite-ref-26[26] als Strukturelemente der unbewussten Psyche.cite-ref-27[27] Jung sah die im Assoziationsexperiment erschlossen Komplexe auch als Ursache fĂŒr die WiderstĂ€nde und VerdrĂ€ngungsmechanismen in der Psychoanalyse nach Freud.cite-ref-28[28] Die „Komplexkonstellationen“cite-ref-29[29]cite-ref-30[30] der Menschen zeigten demnach die Struktur ihres Unbewussten, die jedoch, entsprechend Jungs spĂ€terer theoretischer Differenzierung, teils aus biografisch erworbenen Komplexen (z. B. aufgrund bestimmter familiĂ€rer Situationen, Liebesgeschichten, Verletzungen), teils aufgrund archetypischer HintergrĂŒnde (z. B. Vater-/Mutterkomplex oder religiöse Vorstellungen) in persönlicher AusprĂ€gung basieren.cite-ref-31[31]

Kollektives Unbewusstes mit archetypischen Strukturen

Jungs Konzept des „Kollektiven Unbewussten“ hat eine Schnittmenge zu der Freud’schen Annahme von Inhalten des ES, die der Menschheit, weil angeboren, allgemein oder eben kollektiv wĂ€ren – siehe u. a. die berĂŒhmten „phallischen Symbole“ bei Freud und die Diskussionen des Lingam-Symbols bei Jung.cite-ref-32[32] Konsequenter noch als Freud die „archaische Erbschaft“cite-ref-33[33] sah Jung das kollektive Unbewusste als Essenz von Erfahrungen an, die die Menschheit wĂ€hrend ihrer Evolution verinnerlicht habe – und die zugleich als Strukturgrundlage heutiger seelischer Erfahrung und Verhaltensmuster wirkten (Referenzen im Hauptartikel zum kollektiven Unbewussten). Daher sah Jung in der Bewusstwerdung von Inhalten des kollektiven Unbewussten auch einen kulturrelevanten Prozess: „Die symbolerzeugende Funktion unserer TrĂ€ume stellt einen Versuch dar, unseren ursprĂŒnglichen Geist dem Bewußtsein zuzufĂŒhren, wo er nie zuvor gewesen ist und sich nie kritischer Selbstbetrachtung ausgesetzt hat. Man ist dieser Geist zwar gewesen, aber man hat ihn nie gekannt.“cite-ref-34[34]

Das kollektive Unbewusste enthĂ€lt, so Jungs These, als Strukturdominanten die von ihm 1919 beschriebenen Archetypen. Archetypen zeigen sich in formalen Strukturen der Anschauung und des Erlebens wie auch in den zugehörigen Emotionen und sie sind interkulturell anzutreffen. Archetypen sind aber nicht an sich erkennbar, sondern nur hypothetisch aus typischen Mustern archetypischer Bilder und Erfahrungen erschließbar. Auch die menschliche Persönlichkeitsstruktur hat archetypische Grundlagen, zu denen gehören: Animus und Anima (mĂ€nnlich bei Frauen bzw. weiblich bei MĂ€nnern erscheinende Inhalte des Unbewussten), Schatten (dem Selbstbild des Ich widersprechende, oft auch sozial unerwĂŒnschte und deswegen unterdrĂŒckte ZĂŒge der Persönlichkeit) sowie der alte Weise und die alte Weise als eine von vielen Symbolgruppen des Selbst, Ausdruck der Ganzheit und 'Mitte' der Psyche. Archetypen sind eines jeden Individuums prĂ€existente unbewusste psychische Strukturgrundlagen, welche die Entwicklung der Persönlichkeit und ihrer Vorstellungen ebenso prĂ€gen wie Ă€ußere EinflĂŒsse. Ein menschliches Bewusstsein taucht aus dem (kollektiven) Unbewussten auf und seine SubjektivitĂ€t entsteht durch einen Prozess fortschreitender Integration unbewusster Inhalte zu seinem Bewusstsein und seiner Ich-Persönlichkeit, was Jung als Prozess der Individuation bezeichnete.cite-ref-35[35]

Jungs Konzeption des kollektiven Unbewussten mit zugehörigem Konzept der Archetypen als in diesem enthaltene Strukturen erweitern den Inhalt des Unbewussten um Elemente, die traditionell mythologisch bzw. religiös erscheinen. Aufgrund dieser theoretischen Assimilation von Glaubensinhalten durch die Psychologie des Unbewussten hielt er es stets fĂŒr notwendig, darauf hinzuweisen, dass er keine Aussagen religiöser Natur zu treffen beabsichtige, sondern sich lediglich als Psychologe Ă€ußere.

WĂ€hrend Freud die Konstitution des Unbewussten tendenziell eher biographisch, durch UrverdrĂ€ngung in der Ontogenese des Individuums zu begrĂŒnden sucht und der Annahme ererbter Inhalte eher skeptisch gegenĂŒbersteht, ist es nach Jung geradezu geprĂ€gt durch phylogenetische Erfahrung. Ein bedeutsames Mittelglied zwischen beiden Auffassungen bieten – neben der genannten UrverdrĂ€ngung und dem Ödipuskomplex – Freudsche Benennungen wie Urphantasie oder Urszene, in denen zentrale Erlebnisinhalte der psychosexuellen Entwicklung im Rahmen der Triebtheorie zu ĂŒberindividuellen, phylogenetisch verankerten Konstanten des Unbewussten erklĂ€rt werden. Als solchen ist ihre Wirksamkeit im (ererbten) Triebleben begrĂŒndet und daher vorrangig und unabhĂ€ngig von konkreten Ereignissen der Lebensgeschichte zu betrachten. Im Gegensatz zu Freud umfasst das Unbewusste bei Jung jedoch auch Inhalte nicht-triebhafter (verdrĂ€ngter oder abgewehrter) Natur.

Alfred Adler

Die von Alfred Adler entwickelte „Individualpsychologie“ unterscheidet sich von der Psychoanalyse grundlegend durch ihre pragmatische Theorie mit der Betonung der Unteilbarkeit des Individuums und der teleologischen und sozialen Orientierung des Menschen. Mit Freud nahm Adler jedoch an, dass die frĂŒhkindlich erlebten Situationen den Lebensstil des Erwachsenen unbewusst beeinflussen. Adlers Lehre hat die Neopsychoanalyse stark mitgeprĂ€gt.

Erich Fromm

Der deutsch-amerikanische Psychoanalytiker, Sozialpsychologe und Philosoph Erich Fromm prĂ€gte den Begriff des „gesellschaftlich Unbewussten“. Damit machte er darauf aufmerksam, dass es nicht nur bewusste Gemeinsamkeiten sind, die die Menschen einer Gesellschaft miteinander verbinden.

„Das andere Verbindungsglied ist die Tatsache, dass eine jede Gesellschaft bestimmt, welche Gedanken und GefĂŒhle ins Bewusstsein gelangen dĂŒrfen und welche unbewusst bleiben mĂŒssen. Genauso wie es einen Gesellschafts-Charakter gibt, gibt es auch ein „gesellschaftliches Unbewusstes“.cite-ref-36[36] Dieses bildet sich durch die gemeinsame VerdrĂ€ngung etwa von AggressivitĂ€t, Aufbegehren, AbhĂ€ngigkeit, Einsamkeit, Kummer und Langeweile, die dadurch als eigene Impulse unbewusst bleiben und durch Ideologien ersetzt werden.“cite-ref-37[37]

Er kritisierte, dass mit „Das Unbewußte“ eine Eigenschaft (Adjektiv „unbewußt“) zu einem Ding (Substantiv) gemacht werde, noch dazu zu einer „geheimnisvollen“ Sache. So werde etwas ganz AlltĂ€gliches, wie etwa eine unbewusste Wahrnehmung oder eine unbewusste Reaktion, vom Psychoanalytiker in seiner Phantasie mit einem unheimlichen Apparat in Verbindung gebracht.

„Der Begriff „das Unbewusste“ ist tatsĂ€chlich irrefĂŒhrend, [
] Etwas wie das Unbewusste gibt es nicht; es gibt nur Erfahrungen, deren wir uns bewusst sind, und andere, deren wir uns nicht bewusst sind, das heißt, die uns unbewusst sind. Wenn ich einen Menschen hasse, weil ich vor ihm Angst habe, und wenn ich mir dann meines Hasses, aber nicht meiner Angst vor ihm bewusst bin, so können wir sagen, dass mein Hass bewusst und meine Angst unbewusst ist. Trotzdem aber ruht meine Angst nicht an jenem geheimnisvollen Ort: „dem“ Unbewussten.“cite-ref-38[38]

Jacques Lacan

Der französische Psychoanalytiker Jacques Lacan, der fĂŒr die Entwicklung der Psychoanalyse in Frankreich eine zentrale Rolle spielte, widmete sich einer erneuten LektĂŒre der Schriften Freuds im Lichte der strukturalistischen Methode. Lacan betonte, auch vor dem Hintergrund der Freud’schen Theorie der Fehlleistung und des Witzes, dass das Unbewusste „wie eine Sprache“ strukturiert sei. Die Arbeit des Unbewussten erfolge nach linguistischen Gesetzen wie Metapher und Metonymie, Ersetzung und Verschiebung. Die entsprechenden Elemente des psychischen Geschehens nannte er Signifikanten, jedoch spiele neben dem sprachĂ€hnlich strukturierten Feld des Symbolischen auch das ImaginĂ€re und das Reale eine zentrale Rolle im psychischen Apparat. Die eigentliche Strukturierungsleistung, und auch die psychoanalytische Kur, vollziehe sich aber auf dem Feld des Sprechens. Lacans Weiterentwicklung war vor allem fĂŒr den Poststrukturalismus von prĂ€gender Bedeutung.cite-ref-39[39]

Werner Bohleber

Werner Bohleber, von 2000 bis 2002 Vorsitzender der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) und von 1997 bis 2017 Herausgeber der Zeitschrift Psyche, bezeichnete das Unbewusste 2013 in einem Editorial als ein „abstraktes Konzept, das wir immer nur erschließen, nie empirisch direkt erfassen können“.cite-ref-40[40] Er legte im Jahr 2017 vier „Konzeptualisierungen des Unbewussten“ vor.cite-ref-41[41] Ralf Zwiebel fasste die Positionen Bohlebers wie folgt zusammen: Das „dynamische Unbewusste (was ĂŒblicherweise auch mit dem VerdrĂ€ngten gleichgesetzt wird), das nicht-verdrĂ€ngte Unbewusste (wie etwa die impliziten Beziehungsmuster aus der frĂŒhen Kindheit, wie sie im prozeduralen GedĂ€chtnis kodiert sind), das traumatisch-dissoziierte Unbewusste (bei dem abgespaltene, traumatische Erfahrungen bei entsprechenden Triggern wieder aktiviert werden können) und das kreative Unbewusste (das vor allem in seiner schöpferischen Potenz gesehen wird)“.cite-ref-42[42] Auch Otto Kernberg fasste Bohlebers Position zusammen, die dieser 2019 im gemeinsamen Sammelband erneut niederlegte.cite-ref-43[43] Bohleber verbinde „die zeitgenössischen neurokognitiven Konzepte des episodisch-deklarativen und des implizit-prozeduralen GedĂ€chtnisses unter Anerkennung der Tatsache, dass unbewusstes Lernen und die Etablierung nicht-konflikthafter Verhaltensmuster unterschieden werden mĂŒssen vom Dynamischen Unbewussten (konflikthaft determiniert) als unbewusster Verhaltensmotivation“.cite-ref-44[44]

Begriffsverwendung in verschiedenen Bereichen

Tiefenpsychologie

Freuds Grundannahme, dass durch automatische, zumeist unbewusste Abwehrmechanismen Gedanken oder Impulse, welche Angst auslösen, aus dem Bewusstsein verdrĂ€ngt werden, und unbewusst weiter wirken und sich als Krankheitssymptome ausdrĂŒcken können, wird von allen tiefenpsychologischen Schulrichtungen vertreten.

Somatische Aspekte des Unbewussten erkannte und studierte Freud seinerzeit noch weniger als die offensichtlicher zurĂŒckfĂŒhrbaren Kopplungen an Charakter und Verhalten. In der Körperpsychotherapie wird angenommen, dass sich das Unbewusste körperlich auswirken kann.

Stark gewandelt haben sich die Annahmen ĂŒber die Inhalte des Unbewussten in den psychodynamischen Theorien. Die VerdrĂ€ngung sexueller Impulse hat heute lange nicht mehr die Bedeutung wie in der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts. Die psychodynamischen Theorien haben ihre stĂ€rksten Erweiterungen durch Forschungen in der Entwicklungspsychologie und durch die Psychotraumatologie erfahren. Heute arbeitet die Psychoanalyse nach wie vor mit einem Mehrpersonen-Modell der psychischen Entwicklung.

Empirische Forschungen an SĂ€uglingen und Kleinkindern und ihren Interaktionen mit den MĂŒttern legten nahe, dass sich in frĂŒhen Bindungserfahrungen ein Selbstbild entwickelt, welches aus einer Verbindung sensorischer Erinnerungen mit körperlichen und emotionalen Erlebnissen entsteht. Solche sensorischen Erinnerungen sind spĂ€ter vom kognitiven Bewusstsein kaum zugĂ€nglich und beeinflussen gerade deshalb Erleben und Verhalten.

Kognitionspsychologie

Auch die Kognitionspsychologie verwendet die Bezeichnung unbewusst: „Viele kognitive Psychologen bestĂ€tigen inzwischen Freuds Ansicht, wonach ein großer Teil des menschlichen Verhaltens durch unbewusste Prozesse determiniert wird.“cite-ref-davison-45-0[45] Allerdings nehmen die meisten Kognitionspsychologen lediglich an, dass uns viele kognitive Prozesse oder Wahrnehmungen nicht bewusst sind. Die Freud’sche Konzeption eines Es als Instanz fĂŒr verdrĂ€ngte Triebe und BedĂŒrfnisse lehnen sie in der Regel genauso ab, wie das schon in der Gestaltpsychologie der Fall war.cite-ref-46[46]

Neurowissenschaft

Die wissenschaftliche Diskussion ĂŒber unbewusste VorgĂ€nge im Gehirn wurde seit der Jahrtausendwende vor allem von den empirischen neurowissenschaftlichen Studien von Antonio Damasiocite-ref-damasio-47-0[47] sowie durch neurobiologische Forschungsergebnisse, die durch die neuen bildgebenden Verfahren in der Hirnforschung möglich wurden, weiterentwickelt. Dabei erfuhren Annahmen ĂŒber die Bedeutung unbewusster Prozesse fĂŒr das menschliche Erleben und Verhalten eine starke Aufwertung.cite-ref-gottwald-48-0[48]

Der von Freud ursprĂŒnglich angestrebte biologische Zugang zu unbewussten Prozessen im Gehirn wird jetzt durch die bildgebenden Verfahren teilweise möglich. So formulierten fĂŒhrende Neurowissenschaftler in einem gemeinsamen Manifest: „Wir haben herausgefunden, dass im menschlichen Gehirn neuronale Prozesse und bewusst erlebte geistig-psychische ZustĂ€nde aufs Engste miteinander zusammenhĂ€ngen und unbewusste Prozesse bewussten in bestimmter Weise vorausgehen.“cite-ref-neurowissenschaftler-49-0[49]

Christof Koch und Heather Berlin verwiesen auf die „zentrale Rolle“, die das Unbewusste in der psychoanalytischen Theorie spiele, erwĂ€hnten die Bedeutung von Studien fĂŒr den Beleg der „Macht des Unbewussten“ und schlugen einen Bogen zu den AnfĂ€ngen:

„Vor ĂŒber 100 Jahren wollten Psychoanalytiker wie Sigmund Freud und Pierre Janet ein neues Menschenbild erschaffen. Viele ihrer Ideen halten einer modernen wissenschaftlichen ÜberprĂŒfung nicht stand. Doch der Einfluss des Unbewussten auf unser Denken und Verhalten ist nicht mehr zu leugnen – und dank der technischen Entwicklung decken Hirnforscher heute Schritt fĂŒr Schritt die neurobiologischen Mechanismen dahinter auf.“

–

Christof Koch

und Heather Berlin

:

Wovon Freud nicht zu trÀumen wagte

Im Jahr 2019 gaben Bernhard Haslinger und Bernhard Janta unter dem Titel Der unbewusste Mensch einen kurzen Sammelband mit VortrĂ€gen verschiedener Wissenschaftler heraus, den sie mit dem Untertitel Zwischen Psychoanalyse und neurobiologischer Evidenz in der Schriftenreihe Bibliothek der Psychoanalyse, herausgegeben von dem Psychoanalytiker Hans-JĂŒrgen Wirth, publizierten. Beteiligt waren VortrĂ€ge des NobelpreistrĂ€gers Eric Kandel ĂŒber Kunst und Hirnforschung und des Neurowissenschaftlers Gerhard Roth ĂŒber Neurobiologische Grundlagen unbewusster Prozesse.cite-ref-51[51]

Siehe auch

:

Neuronales Korrelat des Bewusstseins

Kritik

William James

Der US-amerikanische Psychologe William James analysierte 1890 die Vorstellungen einer Gruppe von Monisten zu bewussten und unbewussten BewusstseinszustĂ€nden. In seinem Hauptwerk The Principles of Psychology (1890) beschrieb er zehn Argumente der Verfechter der Existenz eines separaten „unbewussten Seins des Geisteszustands“ (englisch unconscious being of the mental state) im Menschen und wies jedes einzelne als haltlos zurĂŒck. Den Anlass fĂŒr seine Analyse und Kritik beschrieb James wie folgt:

„The other monists are of less deliquescent frame, and try to break down distinctness among mental states by making a distinction. This sounds paradoxical, but it is only ingenious. The distinction is that between the unconscious and the conscious being of the mental state. It is the sovereign means for believing what one likes in psychology, and of turning what might become a science into a tumbling-ground for whimsies. It has numerous champions, [
]“

„Die anderen Monisten wiederum setzen auf einen weniger zerfließenden kognitiven Bezugsrahmen und bemĂŒhen sich, die Unterscheidbarkeit zwischen den Geist­eszustĂ€nden aufzulösen, indem sie eine Unterscheidung vornehmen. Dies klingt paradox, ist aber allzu raffiniert. Unterschieden wird zwischen dem unbewussten und dem bewussten Sein des Geisteszustands. Es stellt das Ă€ußerste Mittel dar, um in der Psychologie an das zu glauben was man möchte, und um das, was vielleicht einmal Wissenschaft werden könnte, in einen Tummelplatz fĂŒr Kindereien zu verwandeln. Es hat zahlreiche Verfechter, [
]“

–

William James (1890)

Jean-Paul Sartre

Jean-Paul Sartre hat als Philosoph des 20. Jahrhunderts und als Hauptvertreter des Existentialismus die freudsche Psychoanalyse in Frage gestellt. In seinem Hauptwerk, Das Sein und das Nichts, das als existentielle Psychoanalyse gesehen werden kann, kritisiert er die Erkenntnisse Freuds ĂŒber das Unbewusste und bewertet sie als zumindest mangelhaft:

„Und woher ‚kĂ€me‘ denn das Bewusstsein, wenn es von irgend etwas ‚kommen‘ könnte? Aus den Dunkelzonen des Unbewussten? Wie können diese Dunkelzonen existieren und woraus gewinnen sie ihre Existenz? Wir können absolut nicht mehr verstehen, wie diese nicht-bewussten Gegebenheiten, die ihre Existenz nicht aus sich selbst gewinnen, fortbestehen und gleichzeitig nicht die Kraft finden, ein Bewusstsein hervorzubringen.“cite-ref-53[53]

Zitate

‱ Bernhard Haslinger, Psychoanalytiker, Gruppenpsychotherapeut und 2017 Mitorganisator eines interdisziplinĂ€ren, wissenschaftlich-kĂŒnstlerischen Symposions an der Berliner CharitĂ©: „Unbewusste Prozesse betreffen den ĂŒberwiegenden Teil unseres FĂŒhlens, Denkens und Handelns. Sie beeinflussen unsere Beziehungen, Entscheidungen und LebensplĂ€ne und regen kreative Prozesse an, die besonders auch in Kunst und Musik ihren Ausdruck finden können. Ein Kunstwerk selbst verkörpert ein intersubjektives Kommunikationsmedium zwischen KĂŒnstler und Betrachter und wirkt, abgesehen vom intellektuell rationalen Aspekt, von Unbewusst zu Unbewusst. Das PhĂ€nomen des Unbewussten hat viele Dimensionen und um die KomplexitĂ€t des Themas zu erfassen, sind vielfĂ€ltige Zugangswege vonnöten.“cite-ref-54[54]

Siehe auch
Literatur

‱ Michael B. Buchholz, GĂŒnter Gödde (Hrsg.): Das Unbewusste. Ein Projekt in drei BĂ€nden. Psychosozial-Verlag, Gießen 2005, ISBN 3-89806-472-7.

‱ Michael B. Buchholz, GĂŒnter Gödde (Hrsg.): Macht und Dynamik des Unbewussten. Auseinandersetzungen in Philosophie, Medizin und Psychoanalyse (= Das Unbewusste. Band 1). Psychosozial-Verlag, Gießen 2005, ISBN 3-89806-363-1.
‱ Michael B. Buchholz, GĂŒnter Gödde (Hrsg.): Das Unbewusste in aktuellen Diskursen. AnschlĂŒsse (= Das Unbewusste. Band 2). Psychosozial-Verlag, Gießen 2005, ISBN 3-89806-448-4.
‱ Michael B. Buchholz, GĂŒnter Gödde (Hrsg.): Das Unbewusste in der Praxis. Erfahrungen verschiedener Professionen (= Das Unbewusste. Band 3). Psychosozial-Verlag, Gießen 2006, ISBN 3-89806-449-2.

‱ AntĂłnio R. DamĂĄsio: Ich fĂŒhle, also bin ich. Die EntschlĂŒsselung des Bewusstseins. MĂŒnchen: List 2000, ISBN 3-548-60164-2.
‱ Ap Dijksterhouse: Das kluge Unbewusste. Denken mit GefĂŒhl und Intuition. 2. Auflage. Klett-Cotta, Stuttgart 2010.
‱ Henri F. Ellenberger: Die Entdeckung des Unbewußten. Geschichte und Entwicklung der dynamischen Psychiatrie von den AnfĂ€ngen bis zu Janet, Freud, Adler und Jung. (1970) Aus dem Amerikanischen von Gudrun Theusner-Stampa. 2 BĂ€nde. Huber, Bern 1973.
‱ Sigmund Freud: Das Unbewußte. 1915 (projekt-gutenberg.org [abgerufen am 26. November 2020]).
‱ Sigmund Freud: Studienausgabe, 10 BĂ€nde, Frankfurt am Main: Fischer 1975 ff., darin u. a.: Bd. III: Psychologie des Unbewußten, ISBN 3-10-822723-8.
‱ Bernhard Haslinger, Bernhard Janta (Hrsg.): Der unbewusste Mensch. Zwischen Psychoanalyse und neurobiologischer Evidenz. Psychosozial-Verlag, Gießen 2019, ISBN 978-3-8379-2838-9, doi:10.30820/9783837974416.
‱ Carl Gustav Jung: Die Beziehung zwischen dem Ich und dem Unbewußten (1928) sowie: Über die Psychologie des Unbewußten (1943), beide in: Gesammelte Werke, Bd. 7: Zwei Schriften ĂŒber Analytische Psychologie, Walter, Olten/Freiburg 1995, ISBN 3-530-40082-3.
‱ Carl Gustav Jung: Die Dynamik des Unbewußten. Olten 1967.
‱ Hannah Monyer, Frank Rösler, Gerhard Roth u. a.: Das Manifest. Elf fĂŒhrende Neurowissenschaftler ĂŒber Gegenwart und Zukunft der Hirnforschung. In: Gehirn & Geist. Nr. 6, 2004, ISSN 1618-8519 (hoye.de [PDF; 56 kB; abgerufen am 14. Dezember 2020]).
‱ Siegfried Zepf, Dietmar Seel: Psychoanalyse und das gesellschaftlich Unbewusste. Eine Entmystifizierung psychoanalytischer Konzepte (= Bibliothek der Psychoanalyse). Psychosozial-Verlag, Gießen 2020, ISBN 978-3-8379-3046-7, doi:10.30820/9783837977349.

Weblinks

‱ Felix Annerl: Existiert das Unbewusste? Zur Bauweise eines verhĂ€ngnisvollen Begriffs (PDF; 107 kB) in: e-Journal Philosophie der Psychologie 1

Einzelnachweise

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cite-note-22. ↑ Georgi Schischkoff (Hrsg.): Philosophisches Wörterbuch. Stichwort Unbewußtes, S. 742–743. 22. Auflage, Kröner, Stuttgart, 1991
cite-note-33. ↑ Ernst Platner, Philosophische Aphorismen nebst einigen Anleitungen zur philosophischen Geschichte, Vol. 1 (Leipzig: Schwickertscher Verlag, 1793 [1776]), p. 86.
cite-note-44. ↑ Angus Nicholls and Martin Liebscher, Thinking the Unconscious: Nineteenth-Century German Thought (2010), Cambridge University Press, 2010, p. 9.
cite-note-wiss-55. ↑ JĂŒrgen Mittelstraß (Hrsg.): EnzyklopĂ€die Philosophie und Wissenschaftstheorie. Band 4: Sp-Z, Stichwort Unbewußte, das. Metzler, Stuttgart, Weimar, 1996, S. 386–387, Google-Books-Vorschau (kompletter Eintrag).
cite-note-mertens-66. ↑ Mark Solms: Stichwort: unbewusst, das Unbewusste. In: Wolfgang Mertens, Bruno Waldvogel: Handbuch psychoanalytischer Grundbegriffe.(Mark Solms), S. 812–816. 3. ĂŒberarbeitete und erweitertes Auflage. Kohlhammer, Stuttgart 2008.
cite-note-77. ↑ Johannes Brachtendorf: Die Struktur des menschlichen Geistes nach Augustinus. Selbstreflexion und Erkenntnis Gottes in »De Trinitate«. Paradeigmata 19, Hamburg 2000, S. 221–229.
cite-note-88. ↑ Jakob und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch, Bd. 24, Sp. 384.
cite-note-99. ↑ Jean Paul: Vorschule der Ästhetik. Erste Abteilung, III. Programm, § 11–13. Projekt Gutenberg@1@2Vorlage:Toter Link/www.projekt-gutenberg.org (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2023. Suche in Webarchiven) Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prĂŒfe den Link gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
cite-note-1010. ↑ Eduard von Harmann: Philosophie des Unbewussten. Carl Dunkers Verlag, Berlin 1976, 7. erweiterte Auflage, Erster Band. Ausschnitt: Das Unbewusste und der Gott des Theismus online verfĂŒgbar.
cite-note-1111. ↑ Rudolf Eisler: Wörterbuch der philosophischen Begriffe, 1904, Stichwort: Unbewußt (Schopenhauer, Fichte, Nietzsche) Online Ressource
cite-note-1212. ↑ Rudolf Eisler: Wörterbuch der philosophischen Begriffe, 1904, Stichwort: Unbewußt Online Ressource
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cite-note-1616. ↑ Sigmund Freud: Das Ich und das Es. (1923) GW XIII, 237–289. Online verfĂŒgbar auf textlog.de
cite-note-1717. ↑ Carl Gustav Jung, GW 18/1: § 449 (Übersetzung aus englischem Original).
cite-note-1818. ↑ Carl Gustav Jung, GW 18/1: § 483; vgl. ebd.: 585–590 (Übersetzung aus dem englischen Original).
cite-note-1919. ↑ Carl Gustav Jung, GW 7: § 449
cite-note-2020. ↑ Carl Gustav Jung, GW 9/1: § 88
cite-note-2121. ↑ Carl Gustav Jung, GW 7: § 449
cite-note-2222. ↑ Carl Gustav Jung, GW 18/1: § 91
cite-note-2323. ↑ Carl Gustav Jung, GW 2: § 1351
cite-note-2424. ↑ Carl Gustav Jung, GW 2: § 730
cite-note-2525. ↑ Carl Gustav Jung, GW 2: § 733 ff.
cite-note-2626. ↑ Carl Gustav Jung, GW 8: § 196
cite-note-2727. ↑ Carl Gustav Jung, GW 8: § 219
cite-note-2828. ↑ Carl Gustav Jung, GW 2: § 859 f.
cite-note-2929. ↑ Carl Gustav Jung, GW 2: § 818 f.
cite-note-3030. ↑ Carl Gustav Jung, GW 8: § 198, 200
cite-note-3131. ↑ U. a. Carl Gustav Jung, GW 7: § 205, 218–220
cite-note-3232. ↑ Zu phallischen Symbolen des „Sohn-Geliebten“ siehe z. B. Jung GW 9/1, § 193 (Hermes, Bes, Lingam); zur Symbolik weiblich-mĂ€nnlicher Zwei-Einheit GW 5: § 306(-332) (Rama-Sita, Shiva-Parvati, Lingam-Becken u. a.).
cite-note-3333. ↑ Sigmund Freud, GW 17, S. 89. UrsprĂŒnglich 1938 publiziert in von Traum und Traumdeutung.
cite-note-3434. ↑ Carl Gustav Jung, GW 18/1: § 591 (Übersetzung aus dem englischen Original).
cite-note-3535. ↑ Elisabeth Roudinesco und Michel Plon: Jung, Carl Gustav in: Dictionnaire de la Psychanalyse, 1997. Aus dem Französischen von Christoph Eissing-Christophersen u. a. Wörterbuch der Psychoanalyse. Springer Wien, 2004, S. 510–515, ISBN 3-211-83748-5 – Zu PrimĂ€rquellen siehe den Artikel Archetyp (Psychologie).
cite-note-3636. ↑ Erich Fromm: Jenseits der Illusionen. Die Bedeutung von Marx und Freud, 1962a: in: Erich-Fromm-Gesamtausgabe (GA) Band IX, S. 96.
cite-note-3737. ↑ Erich Fromm: Die Anwendung der humanistischen Psychoanalyse auf die marxistische Theorie, 1965c:, in: Erich-Fromm-Gesamtausgabe (GA) Band V, S. 408.
cite-note-3838. ↑ Erich Fromm: Jenseits der Illusionen. Die Bedeutung von Marx und Freud, Erstausgabe 1962, Neuauflage: Edition Erich Fromm, MĂŒnchen 2014, ISBN 978-3-95912-003-6, S. 10 von Kapitel 9: Das gesellschaftliche Unbewusste.
cite-note-3939. ↑ Henri F. Ellenberger: Die Entdeckung des Unbewussten. Bern: Huber 1973, ISBN 3-456-30577-X, Neuauflage: ZĂŒrich: Diogenes 2005, ISBN 3-257-06503-5
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cite-note-4141. ↑ Werner Bohleber: Der psychoanalytische Begriff des Unbewussten und seine Entwicklung. Eine Bestandsaufnahme (Memento des Originals vom 14. Dezember 2013 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/psychoanalyseforum.de Editorial zum Sonderheft Psyche 10/2013 „Das Unbewusste. Metamorphosen eines Kernkonzepts“ (Psyche – Z Psychoanal 67, September/Oktober 2013) auf Psychoanalyseforum
cite-note-4242. ↑ Ralf Zwiebel: Mit und ohne Couch. Zur klinischen und außerklinischen Bedeutung der Psychoanalyse. Vortrag bei den FiS-Supervisionstagen am 14./15.4.2018 in MĂŒnster. In: FIS-Newsletter. Nr. 12, 2018, S. 6 (fis-supervision.de [PDF; 445 kB; abgerufen am 28. November 2020]).
cite-note-4343. ↑ Werner Bohleber: Entwicklung der Konzeption des Unbewussten in der Psychoanalyse. In: Bernhard Haslinger, Bernhard Janta (Hrsg.): Der unbewusste Mensch. Zwischen Psychoanalyse und neurobiologischer Evidenz. Psychosozial-Verlag, Gießen 2019, ISBN 978-3-8379-2838-9, S. 73 ff.
cite-note-4444. ↑ Otto F. Kernberg: Vorwort. In: Bernhard Haslinger, Bernhard Janta (Hrsg.): Der unbewusste Mensch. Zwischen Psychoanalyse und neurobiologischer Evidenz. Psychosozial-Verlag, Gießen 2019, ISBN 978-3-8379-2838-9, S. 7–8 (psychosozial-verlag.de [PDF; 2,0 MB; abgerufen am 28. November 2020] Leseprobe).
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cite-note-4646. ↑ Vgl. dazu G. Stemberger (2014): Die Gestalttheorie und das Unbewusste. In: PhĂ€nomenal – Zeitschrift fĂŒr Gestalttheoretische Psychotherapie. 2/6, S. 11–17. Online verfĂŒgbar.
cite-note-damasio-4747. ↑ AntĂłnio R. DamĂĄsio: Ich fĂŒhle, also bin ich. Die EntschlĂŒsselung des Bewusstseins, MĂŒnchen: List 2000, ISBN 3-548-60164-2
cite-note-gottwald-4848. ↑ Vgl. Christian Gottwald, in: Gustl Marlock/Halko Weiss: Handbuch der Körperpsychotherapie, Schattauer Verlag 2006, S. 119 ff.
cite-note-neurowissenschaftler-4949. ↑ „Elf fĂŒhrende Neurowissenschaftler ĂŒber Gegenwart und Zukunft der Hirnforschung“, in: Gehirn & Geist, 6/2004.
cite-note-501. Christof Koch, Heather Berlin: Wovon Freud nicht zu trĂ€umen wagte. In: Gehirn&Geist. Band 10, 2010, S. 72–75 (spektrum.de [abgerufen am 11. Januar 2021]).
cite-note-5151. ↑ Bernhard Haslinger, Bernhard Janta (Hrsg.): Der unbewusste Mensch. Zwischen Psychoanalyse und neurobiologischer Evidenz. Psychosozial-Verlag, Gießen 2019, ISBN 978-3-8379-2838-9.
cite-note-522. William James: The Principles of Psychology, Volumes 1 & 2, Erstausgabe 1890, Neuauflage: Dover Publications, New York 1950, ISBN 978-0-486-20381-2, S. 164. Online. William James (1890): The Principles of Psychology. CHAPTER VI. The Mind-Stuff Theory
cite-note-5353. ↑ Jean-Paul Sartre: Das Sein und das Nichts, Kapitel 1
cite-note-5454. ↑ Bernhard Haslinger: Einleitung. In: Bernhard Haslinger, Bernhard Janta (Hrsg.): Der unbewusste Mensch. Zwischen Psychoanalyse und neurobiologischer Evidenz. Psychosozial-Verlag, Gießen 2019, ISBN 978-3-8379-2838-9, S. 13 ff.